gäste

 

martin burckhardt »immaterielle ökonomie«
  dr. martin burckhardt, kulturtheoretiker und medienautor, geboren 1957, studium der germanistik, theaterwissenschaft und geschichte in köln, seit 1985 als freier autor und audiokünstler in berlin arbeitend, neben der künstlerischen arbeit lehrtätigkeit an der hochschule der künste und an der humboldt-universität berlin. seinem essay »huhn indisch« (1) beschreibt martin burckhardt die entropie der rationalisierung und die damit einhergehenden veränderungen intellektueller arbeit durch den computer. wie verändern computer und internet den wert und inhalt der arbeit?
michael brater »künstlerische praktiken im arbeitsprozess«
  dr. michael brater ma, geb. 1944, studierte soziologie, psychologie und philosophie in münchen und berlin. er arbeitete im sonder- forschungsbereich der universität münchen zusammen mit ulrich beck die sogenannte »subjektorientierte berufstheorie« aus. 1980 gründete er mit einigen kollegen/innen die gesellschaft für ausbildungsforschung und berufsentwicklung. dr. michael brater hält den eröffnungsvortrag von arbeit über arbeit. er beschreibt den strukturwandel in der arbeitsgesellschaft und entwickelt seine idee künstlerischer kompetenz im arbeitsprozess (2). woher kommt das neuentdechte interesse der ökonomie an künstlerischen praktiken im arbeitsprozess?
stephan kurr »selbstausbeutung verweigern«
  stephan kurr studierte kunst an der adbk nürnberg und bildete sich im bereich kulturmanagment in berlin weiter. er berichtet während eines spazierganges über ergebnisse soziologischer studien (3), in denen das arbeitsleben von künstler/innen untersucht wurde. interessierte sind herzlich eingeladen mitzuspazieren.
ralf ebbinghaus »teleexistenz«
  prof. ralf ebbinghaus, promovierter diplom-kaufmann, übernahm anfang 1992 den aufbau des distributionsvertriebs und des corporate marketing der itk telekommunikation ag. er beeinflusste damit die entwicklung von itk zu einer führenden isdn- und remote access company. nach der akquisition der amerikanischen telebit Inc. im sommer 1997 durch itk war ralf ebbinghaus als vice president marketing & customer support mitglied des internationalen führungsteams von itk verantwortlich für die weltweiten marketing und customer support aktivitäten. seit 1996 lehrt er als professor für marketing an der international school of management (ism), einer fachhochschule in dortmund (4).
claudia klinger »teleexistenz«
  »digital diary« heisst ihr webtagebuch »vom leben auf dem land und in den netzen« (3) und ihr eigener internet-kosmos hat mittlerweile astronomische ausmasse erreicht. claudia klinger ist im weltumspannenden netz zu hause, wie ein berliner in seinem kiez. doch der stadt, dem kiez und den kneipen berlins hat sie kürzlich den rücken gekehrt und ist in ein mecklenburger schloss in der nähe von schwerin gezogen. In idyllischer landschaft fernab städtischer hektik verdient sie sich ihren lebensunterhalt als webdesignerin im internet - und freut sich über jede stunde, die sie für netzliteratur & webkunst frei halten kann. die telearbeiterin claudia klinger beschreibt ihre persönliche sicht von netzarbeit und infogesellschaft (4).
peter matthies »teleexistenz«
 

»peter matthies schreibt in seinem buch, warum die telearbeit als neue arbeitsorganisationsform unser leben beeinflusst: er beschreibt telearbeit als logische konsequenz der menschlichen evolution, als eine form neuer industrieller revolution, die die menschen zum umdenken drängt, hin zur information als kapitalem faktor und weg von materiellen produktionsfaktoren. er zeigt eine neue ära der selbständigen auf.« teleworx. derzeit ist peter matthies bei einer venture capital firma tätig und versucht jungen entrepreneuren bei start-up unternehmen unterstützung zu geben. die arbeitssituation ändert sich durch venture capital in deutschland dramatisch. in dem letzten jahr hat sich deutschland für ihn »vom maloocherland zum casino entwickelt«.

robert kurz »es gibt kein richtig im falschen«
  der politökonom und sozialphilosoph robert kurz ist eingeladen, über den derzeitigen arbeitsbegriff und den wert der arbeit zu referieren. er beleuchtet die erwartungen an die produktivität der »new economy« und die folgen der »neuen technologien« für den arbeitsmarkt (5). welche arbeitsformen treffen wir in naher zukunft an? wieviel flexibilität ist für den einzelnen leistbar? gibt es (persönliche) strategien, sich der erosion des arbeitswerts zu entziehen?

 

 

1) martin burckhardt, »huhn indisch« in bodo von greiff, helmuth könig (hrsg): »zur sozialphilosophie der industriellen arbeit«, opladen 1990. siehe auch: florian rötzer »Geschäftsmodelle in der Aufmerksamkeitsökonomie« (download), telepolis und Roland Benedikter »Die Zukunft der Wirtschaft«, info3 oktober 2000
2) siehe auch: michael brater »wirtschaftlicher wandel und künstlerisches handel« (download) und carroll haak, günther schmid: »arbeitsmärkte für künstler und publizisten - modelle einer zukünftigen arbeitswelt« (download), wzb berlin 1999
3) siehe auch: claudia klinger »netzdiary« und dort: über das salongespräch

4) siehe auch: toni negri, maurizio lazzerato, paolo virno: »umherschweifende produzenten, immaterielle arbeit und subversion«, berlin 1998

5) siehe auch: süddeutsche zeitung vom 13.09.200 feuilleton »die masche mit dem netz« und richard sennett: »der flexible mensch. die kultur des neuen kapitalismus«, new york