wie bewertet ihr den begriff einer individuellen lebens - strategie?
k: zunehmend dringen ökonomische prinzipien in meine private sphäre ein und werten persönliche lebensbereiche um. was vormals mein orginäres lebensziel war ist heute schon resultat einer gut angelegten werbekampgne. je weniger firmen ihr eigentliches produkt vermarkten, desto mehr tranformieren sie marktfähige lebensentwürfe und -haltungen in andere soziale schichten und bieten sie mir zum verbrauch an. ich kaufe mir ein stück identität zurück. aber vielleicht bin ich selbst von beruf z.b. trendscout: dann ist meine subjektivität, meine lebenssicht das produkt welches ich anzubieten habe. dann ist es auch folgerichtig privates als arbeitszeit ausuweisen und freunde als kooperationspartner zu verstehen. und wenn dann meine subjektivität abgeschöpft ist konstruiere ich mir eine neue identität, um wieder marktfähig zu sein. in beiden fällen richtet sich meine lebensstrategie nach ökonomischen prinzipien aus.

hat »identität« denn mit realer wirklichkeitserfahrung zu tun?
a: wirklichkeit ist zur ware geworden und wird verkauft. diese produzierten »bilder« sind so präsent, das sie mit großer macht in uns eindringen und wir sie ungefiltert als zu erreichende ziele übernehmen. wenn mit wirklichkeit...eine erfahrung gemeint ist und aus diesen erfahrungen sich ein wirklichkeitsbild abzeichnet, dann hat sich dies grundlegend verändert. wirklichkeit wird nicht mehr erfahren sondern hergestellt.

sollte man sie dann noch »wirklichkeit« nennen?
k: dort wo die sehnsucht nach dem verlorenen wächst, nach natur, individualität oder eben privatheit entsteht die simulation, das surrogat. weil die sehnsucht nach intakter stadt aufgrund der peripheren billigmärkte steigt, suggerieren internationale ketten in der innestadt bürgerliches ambiente. sind mals wie eine italienische piazza angelegt -und celebration als ein idyllisches dorf. heute kann ich mich eigentlich permanent in dieser ökonomie bewegen ohne zu bemerken, dass mein leben zur simulation geworden ist. ständiges konstrukt. ein ringen meine verlorene identität mit den zur verfügung stehenden mitteln des marktes wieder herzustellen. weiter..